Wie lange hält eine App?

Betriebssysteme, Bibliotheken, Store-Regeln: was eine App altern lässt, wie lange Pflege sie trägt und was fünf Jahre Betrieb kosten.

„Wann ist die App fertig?“ ist die Frage vor dem Launch. Die danach stellt sich anders: Wie lange hält das, was wir gebaut haben? Wer eine Maschine kauft, hat dafür ein Gefühl – Abschreibung, Wartungsplan, Ersatzteile. Bei Software fehlt es, und dann bleibt es leicht bei einer einmaligen Summe.

Die kurze Antwort: Eine App, die jedes Jahr mitgezogen wird, läuft lange. Eine, die nach dem Launch niemand anfasst, ist nicht kaputt – sie wird von ihrer Umgebung überholt. Und was diese Umgebung tut, lässt sich nachlesen.

Warum eine App nicht einfach steht

Der Code auf dem Gerät ändert sich nicht von selbst. Alles um ihn herum schon.

Die Betriebssysteme kommen im Jahresrhythmus. Apple hat iOS 26 am 15. September 2025 veröffentlicht und die nächste Generation am 8. Juni 2026 gezeigt; die Android-Versionsübersicht führt Android 17 als jüngste Hauptversion (Stand September 2026). Mit einer Hauptversion können sich Darstellung, Berechtigungs-Dialoge und Verhalten im Hintergrund ändern.

Die Stores heben ihre Mindestanforderungen an. Bei Google Play müssen neue Apps und Updates für Handys und Tablets seit dem 31. August 2026 Android 16 (API-Level 36) oder höher als Zielversion angeben – für Wear OS, Android TV, Automotive und XR nennt Google eigene Stufen; bestehende Apps brauchen mindestens Android 15 (API-Level 35), um neuen Nutzern auf Geräten mit höherer Android-Version weiter angezeigt zu werden (Stand 2026, nach Angaben von Google). Bei Apple müssen Uploads in App Store Connect seit dem 28. April 2026 mit Xcode 26 oder neuer und einem SDK für iOS 26 gebaut sein (Stand 2026, nach Angaben von Apple). Beide führen diese Anforderungen als datierte Liste, auf der auch steht, was als Nächstes ansteht.

Geräte ändern Formate. Andere Bildschirmgrößen und Seitenverhältnisse, Faltmechaniken, größere Systemschrift.

Bibliotheken werden nicht mehr gepflegt. In deiner App steckt neben deinem eigenen Code fremder Code; wird ein solcher Baustein nicht mehr gepflegt, ist das kein Fehler in deiner App – aber irgendwann ein Hindernis.

Nichts davon macht deine App schlechter. Es verschiebt die Latte, über die sie springen muss.

Drei Gründe zu altern – und was du gegen jeden tust

Plattform. Unvermeidbar, aber planbar. Der Takt kommt von außen und ist früh bekannt: Zwischen Apples Juni-Vorschau und dem Herbst lagen 2026 Monate mit Vorabversionen. Spiel deine App durch, sobald sie da sind – die Wege, mit denen du Geld verdienst, nicht jeden Screen; den Durchlauf beschreibt Testen vor dem Release. Was dabei auffällt, kann ein Update im Sommer werden statt ein Notfall im Herbst.

Abhängigkeiten. Planbar, wenn man dranbleibt. Hier entsteht der Unterschied zwischen einer alten und einer gealterten App. Führe eine Liste der Bibliotheken mit einer Spalte: Wird das noch gepflegt? Aktualisiere quartalsweise in kleinen Schritten, Sicherheits-Updates sofort. Drei kleine Sprünge sind Wartung – einer über drei Hauptversionen ist ein Projekt.

Fachlichkeit. Dein Geschäft ändert sich. Preise, Abläufe, eine neue Leistung, ein zweiter Standort. Die App bleibt technisch einwandfrei und passt trotzdem nicht mehr. Dagegen hilft kein Update, sondern ein Termin: einmal im Jahr die App gegen den Satz halten, warum sie gebaut wurde – dafür brauchst du uns nicht.

Was Pflege erreicht, und was ohne sie passiert

Wer jedes Jahr nachzieht, bleibt nach unserer Erfahrung meist beim Anpassen, statt den Kern der App umzubauen. Eine Jahreszahl nennen wir nicht; sie hängt am Zuschnitt.

Fällt die Pflege aus, bricht nichts sofort – der Abstand wächst nur. Irgendwann liegen mehrere Betriebssystem-Generationen, eine verschärfte Store-Anforderung und eine Kette alter Bibliotheken zwischen deiner App und dem, was sich heute veröffentlichen lässt. Dann ist der nächste Schritt keine Wartung mehr, sondern eine Bestandsaufnahme mit offenem Ergebnis; die Wege dahinter stehen in App modernisieren oder neu bauen?. Sind Quellcode, Store-Konten oder Signaturschlüssel nicht greifbar, beginnt die Arbeit eine Stufe früher, siehe App übernehmen, wenn der Entwickler weg ist.

Die Rechnung, die vor das Projekt gehört

Als Faustregel rechnen wir mit 15–20 % der Projektsumme pro Jahr für den Betrieb. Über fünf Jahre summiert sich das auf grob drei Viertel bis eine ganze weitere Projektsumme – eine Zahl, die vor die Entscheidung gehört, nicht dahinter.

Ein Muster zum Anpassen, im Konjunktiv: Angenommen, dein Projekt käme auf 33.000 € – die untere Kante dessen, was ein typisches Projekt mit Konten und Backend bei uns kostet (33.000–56.000 €, 10–16 Wochen). Dann lägen 15–20 % bei 4.950–6.600 € im Jahr, also rund 410 bis 550 € im Monat für Wartung, Hosting, Dienste und Store-Gebühren – über fünf Jahre etwa 25.000–33.000 €. Setz deine eigene Summe in den Betriebskosten-Rechner ein; die einzelnen Posten stehen in Was kostet eine App im Monat?.

Unsere Wartungspakete beginnen bei 150 € netto im Monat, Weiterentwicklung außerhalb des Kontingents rechnen wir mit 90 € pro Stunde ab; wo Wartung endet, steht in Was gehört in einen Wartungsvertrag?. Alle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer – unser Angebot richtet sich an Unternehmen, Selbstständige und Organisationen.

Wann du dafür keinen Vertrag brauchst

Der Druck von außen ist nicht überall gleich groß. Dauerhaft private Apps, die auf Nutzer einer Organisation beschränkt und nur für die interne Verteilung gedacht sind, nimmt Google laut der oben verlinkten Google-Seite von den Zielversions-Anforderungen aus (Stand 2026). Läuft deine App ohne Server, auf einer bekannten Zahl von Geräten und ohne öffentlichen Store-Eintrag, kann Pflege nach Aufwand ehrlicher sein als ein Monatspaket. Das Betriebssystem auf diesen Geräten ändert sich trotzdem.

Und wird die App kaum geöffnet, ist die Frage nicht Wartung oder Ausbau, sondern welche Aufgabe sie eigentlich übernimmt.

Wann Ersatz sinnvoller ist als Pflege

Drei Situationen sprechen für Ersatz statt Pflege:

  • Die Fachlichkeit ist weggewandert. Die App bildet einen Ablauf ab, den es so nicht mehr gibt.
  • Die technische Basis hat keinen Pfad nach vorn. Steht das Fundament ohne Aktualisierungsweg da, hilft kein weiteres Jahr Wartung.
  • Die Aufgabe ist erledigt. Manche Apps sind für eine Saison oder eine Umstellung gebaut; Abschalten ist dann kein Scheitern.

Fazit

Eine App steht nicht, sie läuft mit. Plattform-Zyklen sind planbar, Abhängigkeiten beherrschbar in kleinen Schritten, und die Fachlichkeit prüfst du selbst, einmal im Jahr.

Liegt dein Projekt noch vor dir, gehört die Fünf-Jahres-Rechnung in die Vorbereitung, zusammen mit allem aus der Vorbereitungs-Checkliste. Und wenn du wissen willst, wie deine bestehende App dasteht: Erzähl uns im kostenlosen Erstgespräch, wann sie gebaut wurde und wann sie das letzte Update bekam. Wir antworten werktags innerhalb von 24 Stunden – auch dann, wenn die ehrliche Antwort ein Jahrescheck ohne Vertrag ist.

Lass uns über deine App sprechen.

Kostenloses Erstgespräch, 30–45 Minuten: Du erzählst, wir fragen nach – und du bekommst eine Einschätzung zu Aufwand, Zeitplan und dem sinnvollsten ersten Schritt. Antwort werktags innerhalb von 24 Stunden.