In unserem Kosten-Rechner steht eine Zeile, die Erklärung braucht: „Individuell“ mit 4.500–9.000 €. Die Stufe darunter heißt „Solide & systemnah“ und kostet 0 €. Ordentlich aussehen kann die App in beiden Fällen. Wofür also der vierstellige Betrag?
Die kurze Antwort: nicht für schönere Bildschirme, sondern für ein System, das alle weiteren billiger macht. Die längere steht hier – samt der Stelle, an der wir dir von der Position abraten.
Was ein Design-System ist
Gemeint ist eine Sammlung von Festlegungen und fertigen Bausteinen, die entsteht, bevor der erste Bildschirm gestaltet wird:
- Farben mit Aufgabe: Grundfarbe, Aktionsfarbe, Hintergrund, Fläche, Fehler, Erfolg, Text in zwei bis drei Abstufungen – jede in einer Fassung für hell und dunkel.
- Schriftgrößen als kurze Leiter: Titel, Abschnitt, Fließtext, Beschriftung, Hinweis. Fünf Stufen, nicht vierzehn.
- Abstände aus einem festen Raster – etwa 4, 8, 12, 16, 24, 32 Punkte – statt frei geschätzter Werte pro Bildschirm.
- Bausteine mit allen Zuständen: Knopf (normal, gedrückt, deaktiviert, ladend), Eingabefeld (leer, gefüllt, fehlerhaft), Karte, Listenzeile, Dialog, leere Liste, Fehlermeldung.
Ein Bildschirm wird damit nicht mehr gemalt, sondern zusammengesetzt.
Der Nutzen liegt in der zweiten Hälfte
Die Rechnung geht nicht beim ersten Bildschirm auf, sondern beim zwanzigsten.
Die zweite Hälfte der App wird schneller und günstiger als die erste. Stehen Knopf, Eingabefeld, Liste und Karte samt Zuständen, ist der zwölfte Bildschirm Zusammensetzen statt Gestalten. Das Geld für das System steckt fast vollständig im ersten Drittel des Projekts.
Eine Änderung wirkt an allen Stellen. Die Aktionsfarbe soll dunkler werden, der Text in Listen eine Stufe größer: Mit System änderst du die Festlegung, nicht vierzig Bildschirme. Ohne System wird genau hier ein kleiner Wunsch teuer, und Reste der alten Gestaltung bleiben leicht stehen.
Neue Funktionen sehen automatisch richtig aus. Der Screen, der ein Jahr nach dem Start dazukommt, braucht keine Gestaltungsrunde, sondern greift auf dieselben Teile zu.
Dunkelmodus und große Schrift bleiben bezahlbar. Beide Plattformen lassen das systemweit einstellen – auf dem iPhone laut Apple-Support in den Einstellungen unter „Anzeige & Helligkeit“, unter Android laut Entwickler-Dokumentation seit Android 10 in den Einstellungen unter „Display“ und dort „Design“ (Stand 2026). Liegen Farben und Größen als benannte Festlegungen an einer Stelle, kostet die dunkle Fassung einen Bruchteil; sind sie an vierzig Stellen einzeln eingetippt, wird sie ein eigenes kleines Projekt.
Gleiches gilt für Kontrast: Mindestwerte sind 4,5:1 für normalen Text und 3:1 für großen (ab 18 pt bzw. 14 pt fett) – so im Erfolgskriterium 1.4.3 der WCAG 2.2 auf Stufe AA; die Android-Dokumentation zur Barrierefreiheit nennt für Text unter 18sp ebenfalls 4,5:1 (Stand 2026). Einmal an der Palette geprüft, gilt das für die ganze App.
Die drei Stufen in unserer Preisliste
Solide & systemnah – 0 €. Die Bausteine, die iOS und Android mitbringen, in deinen Farben, mit deinem Logo, sauber umgesetzt. Die App wirkt dann nach der Plattform, nicht nach deiner Marke.
Individuell – 4.500–9.000 €. Ein eigenes Design-System wie oben beschrieben, dazu ein klickbarer Prototyp vor dem Bauen.
Premium – 10.500–18.000 €. Zusätzlich Bewegung und Feinschliff: Übergänge, Illustrationen, eigene Icons, mehrere Abstimmungsrunden am Detail.
Was das am ganzen Projekt ausmacht: Nimm die Standard-Auswahl unseres Rechners – Cross-Platform, E-Mail-Login, Firebase oder Supabase als Backend, Push – und tausche nur die Design-Stufe – dann läge die Spanne bei:
- solide & systemnah: 28.000–47.000 €, 8–14 Wochen
- individuell: 33.000–56.000 €, 10–16 Wochen
- premium: 39.000–65.000 €, 12–19 Wochen
Alle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer – unser Angebot richtet sich an Unternehmen, Selbstständige und Organisationen. Selbst zusammenstellen kannst du das im App-Kosten-Rechner.
Wann ein Design-System zu früh ist
Jetzt der Absatz gegen unseren Umsatz. Wenn deine App fünf Bildschirme hat und einen Kernnutzen – eine Erfassung, eine Liste, ein Detail, eine Einstellung –, rechnet sich ein eigenes System nicht, weil es zu wenige Wiederholungen gibt. Nimm dann „solide & systemnah“ und spar dir 4.500–9.000 €, gegenüber der Premium-Stufe 10.500–18.000 €. Das ist keine Sparvariante mit schlechtem Gewissen: Die Bausteine sind für genau diese Fälle gedacht – wir setzen sie in deinen Farben um, statt Vorhandenes nachzubauen.
Genau so ist unsere Starter-App zum Festpreis geschnitten – bewährte Bausteine in deinem Marken-Look, ohne eigenes System. Und wenn noch offen ist, ob die Idee trägt, ist die Reihenfolge ohnehin eine andere: erst der kleinste vollständige Nutzen, wie in „Weniger App, mehr Erfolg“ beschrieben, das System später, wenn klar ist, welche Bildschirme bleiben.
Umgekehrt lohnt es sich, wenn mehrere Rollen dazukommen oder ein Web-Dashboard später dieselbe Sprache sprechen soll.
Was du beisteuern musst – Lizenz inklusive
Drei Dinge brauchen wir von dir: das Logo als Vektordatei (SVG oder PDF, kein Screenshot), deine Farben als Hex-Werte und die Schrift samt Lizenz für die Nutzung in einer App.
Der letzte Punkt geht leicht unter. Schriftlizenzen können nach Nutzungsart getrennt sein – Desktop, Web, App-Einbettung –, eine Lizenz für die Website deckt die App dann nicht zwangsläufig mit ab. Was für deine Schrift gilt, steht in deinem Lizenzvertrag; die Bewertung gehört zur Anbieterin der Schrift oder zu deinem Anwalt, nicht zu uns. Fehlt die Lizenz, gibt es zwei saubere Wege: die Systemschrift der Plattform oder eine Schrift mit offener Lizenz. Bei einer späteren Übergabe gehören diese Unterlagen wieder dazu, siehe wenn der Entwickler weg ist.
Erst klicken, dann bauen
Zum individuellen Design gehört ein klickbarer Prototyp. Er verlegt die Korrektur dorthin, wo sie Minuten kostet statt Tage. Was er über die Idee selbst verrät, steht in „App-Idee validieren“ – dafür brauchst du uns nicht.
Schau im Prototyp auf leere Listen, Fehlerfälle, lange Namen und den ersten Start ohne Daten. Im aufgeräumten Vorführ-Bildschirm fehlen sie leicht; worauf es danach im Alltag ankommt, steht in damit deine App wirklich genutzt wird.
Fazit
Ein Design-System ist kein Schönheitsposten, sondern eine Investition in die zweite Hälfte des Projekts: einmal festgelegte Farben, Größen, Abstände und Bausteine, dazu ein Prototyp vor dem Bauen. Es zahlt sich aus, wenn die App über Jahre wächst. Bei fünf Bildschirmen und einem Kernnutzen nimm die systemnahe Stufe – du sparst einen vierstelligen Betrag und verlierst nichts am Kernnutzen. Wie wir Design und Umsetzung verzahnen, steht unter UI/UX-Design.
Was du vorab zusammenstellen kannst, listet die Vorbereitungs-Checkliste. Erzähl uns im kostenlosen Erstgespräch, wie viele Bildschirme du erwartest und was danach dazukommen soll. Wir antworten werktags innerhalb von 24 Stunden – auch dann, wenn die ehrliche Antwort lautet: Für dein Vorhaben reichen die Plattform-Bausteine.