Vorweg ein Interessenkonflikt, der auf den Tisch gehört: Wir sind eine Agentur. Trotzdem bekommst du hier einen fairen Vergleich – denn es gibt viele Vorhaben, für die du keine Agentur brauchst. Wer dir in so einem Fall trotzdem eine verkauft, denkt an seinen Umsatz und nicht an dein Produkt. Also: die drei Wege, ehrlich einsortiert.
Weg 1: App-Baukasten und No-Code
Baukästen und No-Code-Plattformen (etwa Glide, Adalo, FlutterFlow oder Bubble) haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Für drei Szenarien sind sie oft die klügste Wahl:
- Erste Tests einer Idee. Bevor du fünfstellig investierst, kannst du für ein monatliches Abo herausfinden, ob überhaupt jemand dein Produkt will. Dieses Wissen ist bares Geld wert – auch dann, wenn du danach individuell neu bauen lässt.
- Interne Werkzeuge. Checklisten, Formulare, Freigabeprozesse, kleine Datenbanken fürs Team – dafür braucht niemand individuelle Entwicklung.
- Sehr einfache Anwendungsfälle. Eine Info-App zu einem Event, eine Speisekarte, ein simpler Buchungsüberblick: Wenn die Anforderung in einen Satz passt, passt sie oft auch in einen Baukasten.
In diesen Fällen kostet der Baukasten einen Bruchteil individueller Entwicklung – und das völlig zu Recht. Die Grenzen liegen woanders:
- Store-Präsenz: Nicht jede Plattform liefert eine echte App für App Store und Google Play; manche setzen auf Web-Apps oder veröffentlichen mit Einschränkungen.
- Eigentum und Lock-in: Deine App lebt auf der Plattform des Anbieters. Ändern sich dort Preise, Funktionen oder Geschäftsmodell, kannst du nichts mitnehmen – ein Umzug ist praktisch ein Neubau.
- Individualität und Skalierung: Sobald du Funktionen brauchst, die der Baukasten nicht vorsieht, oder deine Nutzerzahlen ernsthaft wachsen, stößt das günstige Werkzeug an harte Grenzen.
Weg 2: Freelancer
Ein guter Freelancer ist der direkte Draht statt Ticketsystem: kurze Wege, schnelle Entscheidungen, weniger Overhead – und dadurch oft günstiger. Besonders gut funktioniert das, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Die Aufgabe ist klar umrissen, und du kannst selbst technisch beurteilen, was da entsteht – oder hast jemanden, der das kann. Auch als Verstärkung für ein bestehendes Entwicklungsteam sind Freelancer häufig die beste Besetzung.
Die Risiken sind keine Frage der Kompetenz, sondern der Struktur:
- Der Bus-Faktor. Eine Person heißt: ein Urlaub, eine Krankheit, ein Großprojekt, das die Kapazität komplett bindet – und dein Vorhaben wartet. Kläre vor der Beauftragung, was in diesen Fällen passiert, und lass dir Code und Zugänge von Anfang an übertragen.
- Verfügbarkeit über Jahre. Eine App ist nach dem Launch nicht fertig – iOS- und Android-Updates, Bugfixes, neue Features. Ob dieselbe Person in drei Jahren noch verfügbar ist, kann dir heute niemand garantieren.
- Viele Rollen, eine Person. Konzeption, Design, Entwicklung, Testing, Projektleitung – das sind fünf verschiedene Disziplinen. Niemand ist in allen gleich stark; das ist Arithmetik, keine Kritik. Je wichtiger Design und Nutzererlebnis für dein Produkt sind, desto stärker fällt das ins Gewicht.
Weg 3: Agentur
Eine Agentur bündelt genau diese Rollen: Konzeption, Design, Entwicklung, Qualitätssicherung, Store-Release und Wartung aus einer Hand – mit einem Vertrag, einem Ansprechpartner und einer klaren Verantwortung, auch wenn mal etwas schiefgeht. Fällt eine Person aus, übernimmt eine andere.
Das kostet mehr, und das sollte niemand schönreden: Du bezahlst Koordination, mehrere Köpfe und eingepreiste Verlässlichkeit mit. Es rechnet sich, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:
- Die App ist geschäftskritisch – ein Ausfall kostet dich Umsatz oder Reputation.
- Du hast kein technisches Know-how im Haus und willst trotzdem sicher entscheiden können.
- Das Produkt soll über Jahre wachsen und braucht verlässliche Pflege statt Einzelaktionen.
- Deine Zeit gehört ins Geschäft – nicht in die Projektleitung eines Softwareprojekts.
Die Entscheidungshilfe
- Wenn du erst herausfinden willst, ob deine Idee trägt › Baukasten oder klickbarer Prototyp.
- Wenn du ein internes Werkzeug für dein Team brauchst › No-Code reicht oft völlig.
- Wenn die Aufgabe klar umrissen ist und du selbst vom Fach bist › Freelancer.
- Wenn du ein bestehendes Entwicklungsteam punktuell verstärken willst › Freelancer.
- Wenn deine App in die Stores soll, dir gehören und wachsen soll › Agentur – oder ein Freelancer mit klarem Plan für Vertretung und Wartung.
- Wenn die App geschäftskritisch ist und du einen Verantwortlichen für das Ganze willst › Agentur.
Was das preislich bedeutet
Beim Baukasten zahlst du ein monatliches Abo statt einer Projektsumme, beim Freelancer nach Aufwand – je nach Erfahrung und Projekt sehr unterschiedlich. Bei uns sind die Zahlen offen: Der Einstieg ist die Starter-App zum Festpreis von 9.900 € (in der Regel 4–6 Wochen), ein typisches, frei zusammengestelltes App-Projekt liegt bei 33.000 bis 56.000 € (10–16 Wochen), unser Stundensatz beträgt einheitlich 90 €. Alle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer – unser Angebot richtet sich an Unternehmen, Selbstständige und Organisationen.
Und egal, welchen Weg du wählst: Plane den Betrieb ein. Als Faustregel kostet der laufende Betrieb 15–20 % der Projektsumme pro Jahr – bei uns gibt es dafür Wartungspakete ab 150 € netto im Monat. Was hinter all diesen Zahlen steckt, haben wir im Artikel „Was kostet eine App?“ aufgeschlüsselt – und der App-Kosten-Rechner rechnet deine eigene Konfiguration in zwei Minuten durch.
Fazit
Die ehrliche Antwort auf „Wer sollte meine App bauen?“ hängt nicht vom Anbieter ab, sondern von deinem Projekt: Wie kritisch, wie individuell, wie langfristig? Wenn du unsicher bist, erzähl uns im kostenlosen Erstgespräch von deinem Vorhaben – wir antworten werktags innerhalb von 24 Stunden und sagen dir auch dann ehrlich unsere Einschätzung, wenn ein Baukasten für den Anfang völlig reicht.