Worum es geht
Sevda ist eine App fürs iPhone, mit der man andere Menschen kennenlernt. Man legt ein Profil an, schreibt Beiträge, kommentiert, folgt anderen und schreibt privat miteinander. Wer in der Umgebung unterwegs ist, erscheint als Kachelansicht. Und weil ein Like manchmal zu wenig ist, kann man sich gegenseitig Rosen und Umarmungen schicken.
Die kosten Geld – oder Geduld: Wer nicht zahlen will, sieht sich Werbevideos an und verdient sich damit Sevda Coins, die er in Geschenke eintauscht. Wer die Werbung loswerden will, schließt ein Premium-Abo ab. Der Name kommt übrigens aus dem Türkischen und bedeutet Liebe oder Zuneigung; passend dazu spricht die App Deutsch, Türkisch und Englisch.
Die schwierigste Stelle
Am längsten haben wir über „Leute in der Umgebung“ nachgedacht. Naiv gebaut heißt das: Bei jedem Aufruf alle Nutzer durchgehen und für jeden einzeln die Entfernung ausrechnen. Bei hundert Leuten geht das. Bei zehntausend wird die App zäh und der Serverbetrieb teuer.
Wir haben die Landkarte deshalb in Felder eingeteilt. Jedes Profil bekommt beim Speichern die Kennung seines Feldes mit, und die Suche fragt nur noch: Wer ist im selben Feld? Eine Abfrage statt zehntausend Rechnungen. Der Preis dafür ist eine Entscheidung, die man bewusst trifft – bei uns ist ein Feld rund 40 mal 20 Kilometer groß. Wer 500 Meter entfernt wohnt, aber knapp im Nachbarfeld, taucht nicht auf. Für eine App, in der „in der Nähe“ den eigenen Großraum meint, ist das der richtige Tausch. Für eine Lieferzone wäre es der falsche.
Solche Abwägungen sind die eigentliche Arbeit. Nicht das Programmieren an sich, sondern die Frage, was gut genug ist und was zu teuer.
Anschauen statt nachlesen
Chat, Bezahlfunktionen, Standortsuche und Moderation in einer einzigen App – was hier für zehntausend Fremde funktionieren muss, funktioniert für dreißig Mitarbeiter erst recht.
Willst du sie sehen? Wir zeigen sie dir – im Gespräch am Bildschirm oder als Testversion auf deinem iPhone. Und wenn du selbst etwas vorhast: Erzähl uns davon. Wir sagen dir ehrlich, was du davon wirklich brauchst und was warten kann.