Karten und Standort in Apps

Adresse verlinken, Karte einbetten oder laufend orten: drei Bedarfsstufen mit ihren Berechtigungen, Anbieterkosten und der Frage, was du brauchst.

„Wir brauchen eine Karte in der App“ – hinter diesem Satz steckt sehr Unterschiedliches: die Adresse des Betriebs, zwanzig Objekte zur Auswahl, oder die Frage, wo Fahrzeug drei gerade steht.

Vor der Technik steht deshalb die Frage: Was soll jemand mit dem Ort tun können? Die Antwort ergibt die Bedarfsstufe – und damit Aufwand, Berechtigungen und Kosten.

Stufe 1: die Adresse an das System übergeben

Nennt die App einen festen Ort – Betrieb, Filiale, Treffpunkt –, braucht sie keine Karte, sondern einen Knopf, der Adresse oder Koordinate an die Karten-Anwendung auf dem Gerät übergibt. Navigation und Bedienung kommen von dort, und im Projekt steckt kein Kartenanbieter mit nutzungsabhängiger Abrechnung.

Geht es nur ums Hinfinden, ist das die Empfehlung – auch wenn sie gegen unseren Umsatz spricht: Diese Stufe hat bei uns keine eigene Position, sie läuft im Basis-Anteil mit. Dafür brauchst du uns nicht.

Stufe 2: eine Karte in der App

Eine eingebettete Karte lohnt sich, wenn mehrere Orte gleichzeitig sichtbar sein müssen und jemand zwischen ihnen wählt: freie Geräte in der Umgebung, Objekte in einem Gebiet.

Arbeit macht selten die Karte, sondern das, was darauf liegt: Markierungen mit Zuständen, das Zusammenfassen dichter Punkte und der Schritt von der Adresse zur Koordinate – Tippfehler fallen erst auf, wenn eine Markierung im Nachbarort landet. Auch der Fall ohne Karte – schlechtes Netz, abgelehnte Berechtigung – gehört ins Konzept.

Was der Kartenanbieter verlangt

Eine Karte holt einen Anbieter ins Projekt, dessen Bedingungen du im Original liest. Google beschreibt für die Maps Platform ein „pay-as-you-go“-Modell mit Preisen je 1.000 abrechenbare Ereignisse und monatlichen Freikontingenten, die je Dienst unterschiedlich ausfallen; Apple nennt für die Web-Variante MapKit JS ein freies Tageskontingent je Mitgliedschaft im Apple Developer Program (Stand 2026). Beträge nennen wir nicht – sie ändern sich.

Dazu Vorgaben zur Darstellung: Google verlangt für Maps-Inhalte eine Herkunftsangabe – „Never remove, hide, obscure, or modify it“. Bei OpenStreetMap ist zwischen Daten und Servern zu unterscheiden: Die Kachel-Server der OSM Foundation werden aus Spenden und Sponsoring finanziert; ihre Nutzungsbedingungen verlangen die sichtbare Angabe „© OpenStreetMap contributors“, verbieten das Herunterladen auf Vorrat und nennen die Verfügbarkeit „best-effort“, entziehbar ohne Vorankündigung (Stand 2026).

Stufe 3: laufend orten

Hier wechselt die Größenordnung: Eine App, die Standorte verfolgt, braucht einen Ort für die Punkte, also einen Server – warum das eine eigene Entscheidung ist, steht in „Braucht meine App ein Backend?“. Dazu Löschregeln und Antworten für den Alltag: Was passiert im Funkloch oder bei ausgeschaltetem Gerät?

Prüf vorher, ob ein Standort zum Ereignis genügt statt einer Dauerspur: ein Punkt beim Antippen von „angekommen“ statt einer Strecke, wie in „App für Speditionen und Kurierdienste“ beschrieben. Weniger Daten, weniger Akku, weniger Klärungsbedarf.

Berechtigungen: einmalig, beim Benutzen, immer

Auf beiden Plattformen entscheidet der Nutzer, und „immer“ ist ausdrücklich der Sonderfall.

Unter iOS lässt der erste Systemdialog die Wahl zwischen Zugriff während der Nutzung, einmaligem Zugriff und Ablehnen. Dauerhaften Zugriff gibt es in diesem einen Schritt nicht: Laut Apple-Dokumentation führen zwei Dialoge dorthin, und den zweiten zeigt das System typischerweise, wenn die App gerade nicht läuft. Beide Begründungstexte müssen hinterlegt sein, und die Anfrage gilt einmal (Stand 2026).

Unter Android bietet der Systemdialog ab Android 11 die Option „immer erlauben“ nicht mehr an – wer sie will, setzt sie in den Systemeinstellungen; die App führt Nutzer also mit einem Erklär-Bildschirm dorthin. Wer im Vordergrund nur den ungefähren Standort freigibt, gibt ihn auch im Hintergrund nur ungefähr frei (Stand 2026).

Dazu die Stores: Google Play verlangt für Ortung im Hintergrund ein Deklarationsformular samt Demo-Video; Apples Review-Richtlinien verlangen, Standortdienste nur zu nutzen, wenn sie für die Funktionen der App unmittelbar relevant sind, und vor Erhebung und Nutzung die Einwilligung einzuholen (Stand 2026). Das kostet Vorlauf.

Der Akku entscheidet mit

Das ist unsere Einschätzung, keine Statistik: Merkt jemand, dass sich das Gerät mit deiner App schneller leert, hat er einen Grund zum Deinstallieren – ohne dass du davon erfährst. Hintergrund-Ortung ist dafür der nächstliegende Kandidat.

Was hilft: größere Abstände statt sekündlicher Abfragen, die geringste ausreichende Genauigkeit, gesammeltes Senden, Ende der Verfolgung mit dem Arbeitstag – und ein Test über einen ganzen Tag auf echten Geräten. Musst du zwischen Genauigkeit und Laufzeit wählen, nimm die Laufzeit. Ortsbezogene Benachrichtigungen bringen dieselbe Akku-Frage mit und dazu die Abwägung aus „Push-Nachrichten: helfen oder nerven?“.

Standortdaten sagen mehr, als sie klingen

Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung. Eine Reihe von Standorten zeigt Wege, Aufenthaltsdauer und Gewohnheiten – aus Punkten wird ein Muster; bei Beschäftigten kann eine laufende Ortung Verhalten und Leistung erkennbar machen. Ob und wie das in deinem Fall zulässig ist, beurteilen dein Anwalt, dein Datenschutzbeauftragter und, wo es einen gibt, der Betriebsrat – bevor entwickelt wird, weil Zweck, Häufigkeit und Löschfristen das Datenmodell prägen.

Technisch gehört in jedes Konzept: Wer sieht welche Punkte, wie lange bleiben sie gespeichert, und reicht eine gröbere Genauigkeit? Mehr dazu in „DSGVO in Apps“.

Was das kostet

Stufe 1 hat keinen eigenen Preis. Für Stufe 2 und 3 steht in unserer Preisliste die Position Karten und Standort mit 4.000–7.000 €. Vollständig für eine App mit Karte:

  • Basis – Konzeption, UI-Grundlagen, Setup, Qualitätssicherung, Store-Release: 11.000–18.000 €
  • Cross-Platform, iOS und Android aus einer Codebasis: 7.500–12.000 €
  • Individuelles Design: 4.500–9.000 € (systemnah: 0 €)
  • E-Mail-Login mit Registrierung und Profil: 3.000–5.000 €
  • Firebase oder Supabase als Backend: 4.500–9.000 €
  • Karten und Standort: 4.000–7.000 €

Macht rund 35.000–60.000 € und nach der Formel hinter unserem Rechner 10 bis 18 Wochen. Für Stufe 3 kommt eine Auswertungssicht dazu, etwa als Web-Dashboard: 6.000–11.000 €. Dazu der Betrieb – als Faustregel 15–20 % der Projektsumme pro Jahr, bei uns Wartungspakete ab 150 € netto im Monat – plus die Rechnung des Kartenanbieters. Alle Preise netto zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer; unser Angebot richtet sich an Unternehmen, Selbstständige und Organisationen. Nachrechnen kannst du im App-Kosten-Rechner.

Fazit

Sortier dein Vorhaben in eine der drei Stufen ein, bevor du über Anbieter redest: Die Adresse zu übergeben kostet keine eigene Position. Eine Karte kostet einmalig eine Position und danach nach Nutzung. Laufendes Orten ist ein eigenes Projekt mit Server, Store-Freigabe, Akku-Budget und Klärung vorab.

Beim Sortieren hilft die Vorbereitungs-Checkliste. Erzähl uns im kostenlosen Erstgespräch, welche Orte in deiner App vorkommen und wer sie sehen soll. Wir antworten werktags innerhalb von 24 Stunden – auch dann, wenn die ehrliche Antwort lautet: Ein Knopf zur Karten-App genügt.

Lass uns über deine App sprechen.

Kostenloses Erstgespräch, 30–45 Minuten: Du erzählst, wir fragen nach – und du bekommst eine Einschätzung zu Aufwand, Zeitplan und dem sinnvollsten ersten Schritt. Antwort werktags innerhalb von 24 Stunden.